Noch ein Blog?

Ja, noch ein Blog. Nachdem ich nach langer Pause wieder mit dem Schreiben angefangen habe, möchte ich nicht nur an meinem ersten Roman arbeiten, sondern hier Kurzgeschichten veröffentlichen, Fachartikel – zum Beispiel zum Thema Gaming – und auch ein paar Gedanken über das Schreiben an sich und die Welt im Ganzen los werden.

Wenn Du Lust hast, das mitzuverfolgen, bookmarke diesen Blog und folge mir auf Instagram. Ich verspreche Dir, es wird lustig und auch ein bisschen nachdenklich, aber vor allem interessant!

Na, das fängt ja gut an!

Tja, der dritte und letzte Teil der Schneemann-Kurzgeschichte lässt auf sich warten. Das „echte“ Leben ist einmaschiert und hat jede Menge Gefangene gemacht.

Dafür komme ich extrem gut mit „Cat Squad“ voran, und vielleicht bewerbe ich mich auf ein Autor*innen-Stipendium. Wie aufregend!

Ich habe mir fest vorgenommen, dass ich die nach der Operation gewonnene Energie und Gesundheit für mich, das Schreiben und die Fotografie nutzen möchte, auch wenn es in meinem Brotjob gerade viel zu tun gibt.

Warum das nicht leicht ist? Weil es nicht nur eine große Anstrengung ist, sich auf eine Krankheit – gerade wenn sie chronisch ist – einzustellen. Nein, auch umgekehrt, wenn man gesundet oder sich der Zustand wenigstens etwas bessert, muss man erst einmal ausloten, wie viel Energie wirklich zur Verfügung steht, wie man sie auffüllt oder schont – einfach wie man lebt.

Drückt mir die Daumen und begleitet mich auf meiner Reise 😀

Schnee im All – Teil 2

-Kurzgeschichte-

*** Lies den ersten Teil ***

Der Schnee reflektierte das blasse Licht. Unten angekommen begutachtete Krzhelbit das Raumschiff, das in der Nacht eisig glitzerte. Es hatte einigen Schaden genommen. Am Triebwerk waren große Eisbauteile abgesplittert, vermutlich schon beim Eintritt in die Atmosphäre. Das Raumschiff hatte insgesamt an Umfang verloren. Vermutlich war der Schneerumpf angeschmolzen. Krzhelbit ließ eine hölzerne Hand über die Raumschiffhülle gleiten, die sich rau und uneben anfühlte. Sie glitzerte dadurch noch mehr.

Der Schneemann dachte nach. Wahrscheinlich würde er den Schaden selbst beheben können, aber nicht allein. Er musste jemanden finden, der bereit war, ihn zu unterstützen. Er sah sich noch einmal in der Schneeeinöde um und brach in die Richtung auf, die ihm am angenehmsten war.

Er rollte über den frisch gefallenen Schnee und spürte, wie sich die Eiskristalle der Flocken an ihn hefteten. Das fühlte sich fantastisch an – wie Brausepulver auf der Zunge. Die streckte er raus und fing einige Flocken damit und ging lachend weiter.

Die Landestelle war von Bäumen umrandet. Als er zwischen zwei Baumgruppe hindurchtrat, konnte er in einiger Entfernung Schemen ausmachen, die möglicherweise nicht zur Vegetation gehörten. Er machte einen Bogen und bewegte sich auf sie zu.
Vorsichtig rollte er den Umrissen, die er durch die tanzenden Schneeflocken nur wage sehen konnte, entgegen. Je näher er kam, desto klarer wurde ihm, dass sie ganz still standen – und starr. Als er langsam zwischen ihnen hindurch kugelte, sah er, dass sie aus Eis waren. Eispersonen! Der Schneemann hatte davon gehört, aber noch nie welche gesehen. Er wurde immer langsamer, bis er vor einem Eisschwan zum Stehen kam. Er schaute ihm am glitzernden Schnabel vorbei in die Augen.

Der Schwan zwinkerte. War das das in den Flocken flackernde Mondlicht? „Was guckstn so?“, sagte der Schwan. Krzhelbit wusste nicht, was er darauf erwidern sollte. „Hey, guckt mal! Der glotzt!“ Der Schneemann schaute nach links und rechts. Um ihn herum begannen die Figuren sich zu bewegen und zu sprechen. „Was hat der denn für ein Problem?“, „Wieso gucktn der überhaupt!“, „Wer bissn Du?“.
Krzhelbits Unbehagen wuchs wie eine Schneewehe im Schneesturm. Ein Eisdelfin drängelte sich an ihn heran und auf der anderen Seite schob sich ein Drache am Schwan vorbei. Der Schneemann dreht sich um. Ein Seepferdchen und ein Eis-Pferd liefen nebeneinander auf ihn zu. Hinter ihnen sah er weitere Eisskulpturen im Anmarsch. Er drehte sich wieder zurück. Hinter dem Schwan näherte sich ein großer Schatten. Er wogte hin und her und schälte sich nur langsam aus der Dunkelheit.

Es war ein Kamel. Es bewegte die Lippen hin und her und wackelte mit dem Kopf, als es zu sprechen begann. „Wer bist denn Du?“
„Ich bin Krzhelbit.“, sagte Krzhelbit bescheiden. „Ich bin ein Raumschneemann.“
Das Kamel blinzelte nervös. Die langen Eiswimpern klimperten leise gegen seine Wangen. „Aha.“, machte es nur. Dann machte es eine wegwerfende Geste und sagte: „Was auch immer das heißt… und was machst Du hier?“
„Mein Raumschiff hat sich verflogen und ist abgestürzt. Jetzt ist es kaputt und ich brauche Hilfe, um wieder zu starten. Ich will in die Sahara!“
„Sahara? Was ist das?“
„Das ist eine wunderschöne Wüste, mit sooooo viel Sand und Sonne…“, Krzhelbit zögerte kurz, „und mit Kamelen wie Dir.“
„Da gibt es Eiskamele?“
„Ich glaube schon!“
„Hm“, das Kamel klang skeptisch. „Also ich weiß ja nicht so viel, aber ich weiß, dass es in Wüsten ganz heiß ist. Das haben ein paar von den Menschen gesagt, die uns tagsüber immer anglotzen.“
„Heiß? Was bedeutet das?“
Das Kamel schaut Krzhelbit fassungslos an. Aus den Reihen der Tiere hörte er Eis klirren, als sie sich gegenseitig anstießen. Einige kicherten auch. „Na, das ist das Gegenteil von jetzt. Jetzt ist es kalt und frostig, deshalb können wir überhaupt hier sein. Wenn es wärmer wird, schmelzen wir, wir tauen auf und werden zu Wasser.“ Das Kamel machte eine lange Pause. „Und es wird schon wärmer. Der Frühling naht.“

*** Fortsetzung folgt ***

EIn kleiner Schneemann mit Holzhaaren und Glubschaugen.

Schnee im All – Teil 1

-Kurzgeschichte-

Krzhelbit war ein kleiner Schneemann mit langen Haaren. Er trieb im All. Sein Raumschiff hatte die Form einer 8 oder eines Unendlichkeitszeichens – das hing von der persönlichen Einstellung der Schneeperson ab, die damit flog.

Die 8 von Krzhelbit schwebte in der Erdumlaufbahn über der Sahara. Krzhelbit liebte den Sand und die Sonne und die Kamele. Seit Wochen schon beobachtete er einsam, wie der Wind mit der Wüste spielte. Er hatte auch schon allerhand Berechnungen angestellt, wie er landen konnte. Aber bisher erschienen seine Überlebenschancen viel zu gering. Krzhelbit atmete tief durch und sah einer Schneeflocke dabei zu, wie sie von seinem Kopf hinunter schwebte. Nach links und nach rechts pendelte sie, wieder und wieder, bis sie ganz sanft auf dem Boden landete. Und da hatte Krzhelbit die Idee!

Er setzte sich an das Steuerpult, tippte lange Zahlen und kurze Buchstaben ein, klackerte mit der Enter-Taste, und nach einer halben Stunde beendet das Raumschiff den stationären Orbit und begann, langsam – und von links nach rechts schwebend – den Sinkflug.
Immer näher taumelten das gelbe Meer und die großen Kamele – da war er sich sicher. Bald schon konnte Krzhelbit Einzelheiten ausmachen – schwach nur, aber es genügte, um seine Fantasie anzuregen. Er stellte sich vor, wie er auf einem Kamel saß und sie zusammen langsam durch die Wüste wogte.

Dann riss ihn eine heftige Bewegung des Raumschiffs aus den Träumen. Verwirrt schaute Krzhelbit aus dem Bullauge unter sich. Hilflos musste er mitansehen, wie ein starker atmosphärischer Sog die 8 erfasste und die gelbe Wüste zerstob. Schon bald rückte ein riesiges blaues Meer ins Sichtfeld. Das Raumschiff flog darüber hinweg, ließ eine schmale Landmasse hinter sich und schoss an den Hängen eines großen Gebirges hinauf und wieder hinab. Dann trudelte sie durch die Luft und Krzhelbit wurde ohnmächtig.

Als er wieder aufwachte, lag das Raumschiff ruhig da – ob in der Luft oder am Boden konnte er nicht sagen. Er klopft sich zurecht und rückte seine Nase gerade. Nachdem er sich aufgerichtet hatte, schaute er aus dem Bullauge, aber draußen war es fast so dunkel wie im All. Krzhelbit kugelte zur Eisschleuse und prüfte die äußeren Bedingungen. Hinter den Raumschiffwänden herrschte Frost. Er stupste den Schleusentaster an, und die Tür öffnete sich mit einem lauten Zischen. Gleichzeitig wurde eine Rutsche ausgefahren.

Während Krzhelbit hinabglitt, sah er sich um. Auch hier war er allein. Wolkenfetzen jagten vor einem fahlen Mond über den Himmel. Es war ganz still. Er hörte nur das sanfte Rieseln fallenden Schnees. Der Schnee reflektierte das blasse Licht.

*** Fortsetzung in Teil 2***